Presseschau
Mai 2003

Neuester Eintrag

Archiv April 2003



2003-Mai-02
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Wissenschaftsminister steht zur Hochschule
Lutz Stratmann sprach sich beim Besuch in Vechta für eine Stärkung des Standortes aus

Vechta - "So lange es in Niedersachsen eine bürgerliche Mehrheit mit einem Wissenschaftsminister Stratmann gibt, wird es keine Schwächung, sondern eine Stärkung des Standortes Vechta geben!" Mit diesen Worten sprach sich am Dienstagabend der neue Niedersächsische Wissenschaftsminister für die Hochschule Vechta aus. Lutz Stratmann nahm auf Einladung des Landtagsabgeordneten Friedhelm Biestmann an der Sitzung des Vechtaer Kreisvorstandes der CDU teil.
"Klar ist", so Biestmann, "dass die Hochschule Vechta von der SPD-Landesregierung keine Unterstützung hatte und ohne eine neue CDU-geführte Landesregierung wäre die Hochschule Vechta geschlossen worden." Stratmann machte deutlich, dass sein Ministerium einem massiven Spardruck ausgesetzt sei.
Zusätzliche neue Mittel seien also nicht denkbar, lediglich Umschichtungen könne es geben. Das größte Problem in Vechta sei die negative Bewertung des Wissenschaftsrates, der wissenschaftlichen Kommission und der Evaluierungskommission. Stratmann nehme die Voten des Rates sehr ernst, deshalb müsse eine Lösung gefunden werden, die mittel- und langfristig trage. Neben dem Standbein der Lehrerausbildung müssen weitere tragfähige Säulen entwickelt werden.
Abschließend erklärte der Minister, dass er zur Frage der Anerkennung der Berufsakademie Vechta in seinem Haus erklärt habe, dass diese schnellst möglich ausgesprochen werden soll.



2003-Mai-02
Nordwest-Zeitung

Stärkung des Hochschulstandorts Vechta
CDU-Kreisvorstand
Wissenschaftsminister Lutz Stratmann besucht die Kreisstadt

Der Minister konnte keine zusätzlichen Mittel versprechen. Hans-Peter Mayer soll Europaabgeordneter bleiben.

Vechta/EB – Der neue Niedersächsische Wissenschaftsminister, Lutz Stratmann, sprach sich auf der Sitzung des Kreisvorstandes der CDU Vechta eindeutig für die Hochschule Vechta aus. Er wolle den Standort Vechta stärken. Allerdings wies Stratmann auch auf die katastrophale finanzielle Lage des Landes Niedersachsen hin und machte deutlich, dass auch sein Ministerium einem massiven Spardruck ausgesetzt sei. Zusätzliche neue Mittel seien also nicht denkbar, lediglich Umschichtungen könne es geben.
Das größte Problem in Vechta sei die negative Bewertung des Wissenschaftsrates, der wissenschaftlichen Kommission und der Evaluierungskommission. Neben dem Standbein der Lehrerausbildung müssen weitere tragfähige Säulen wie etwa neue Abschlüsse oder die Ernährungs- und Alterswissenschaften entwickelt werden. Aufgrund des Vorschlages der Hochschule werde derzeit in seinem Ministerium an einem Konzept für Vechta intensiv gearbeitet.
Außerdem würdigte der CDU Kreisverband Vechta die gute Arbeit von Professor Hans-Peter Mayer im europäischen Parlament. Der Verband sprach sich einstimmig für eine erneue Nominierung von Mayer auf einem aussichtsreichen Listenplatz aus. Weiterhin hat der CDU Kreisvorstand beschlossen, die notwendige Wahl der Landeslistendelegierten in Mitgliedervollversammlungen der Stadt- und Gemeindeverbände zu wählen.



2003-Mai-03
Nordwest-Zeitung

Bazon Brock an der Hochschule

Vechta/EB/CCF – Er nennt sich einen »hauptamtlichen Beweger«: Bazon Brock (Wuppertal), Professor für Ästhetik, gilt als eine der renommiertesten Persönlichkeiten der deutschen Kultur- und Hochschulszene. Am Freitag, 9. Mai, hält Brock die Festrede zur Eröffnung des Instituts für Intermediäre Gestaltung (ImeG) der Hochschule Vechta, zur Beziehung zwischen Kunst, Kommerz, Ökonomie und Kultur. Die Forschung des von Prof. Karl-Eckard Carius geleiteten ImeG (die NWZ berichtete) konzentriert sich auf die Entwicklung systematischer Theorie- und Praxisangebote für Studiengänge ästhetisch-kultureller Bildung, basierend auf der interdisziplinären Kooperation von Kunst, Design, Architektur, Technologie sowie Literatur, Medien und philosophisch-ästhetischen Theorien.
Mehr Infos unter www.uni-vechta.de/institute/gestaltendes-werken



2003-Mai-03
Nordwest-Zeitung

Lebensrecht für Menschen

Prof. Friedrich Janssen spricht zur »Woche für das Leben«.

Vechta/EB/CF – »Was sagt die Bibel zur Würde, zum Lebensrecht des Menschen?« Antworten auf diese und andere Fragen will der Fundamentaltheologe und frühere Vechtaer Hochschullehrer Prof. Friedrich Janssen am Donnerstag, 8. Mai, ab 20.15 Uhr im Pfarrheim der Propsteigemeinde St. Georg geben. Der Vortragsabend mit »Pater Fritz« gehört zur bundesweiten ökumenischen »Woche für das Leben«. Weitere Informationen gibt es bei Volker Hülsmann, 04441/87070.



2003.Mai-03
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Friedensfest am 5. Juli

Vechta (su) – Nach 36 Tagen hat am Montag die Friedensinitiative Uni-Vechta ihre täglichen Mahnwachen zum Krieg im Irak beim Pferd in Vechta beendet. Die Argumente für eine friedvolle Lösung weiterzutragen, sei das Hauptanliegen gewesen. Die Reaktionen reichten von Ergriffenheit über wohlwollende Freundlichkeit bis zu offener Ablehnung. Voraussichtlich am 5. Juli organisiert die Friedensinitiative Uni-Vechta ein Kulturelles Friedensfestival an der Zitadelle.



2003-Mai-03
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Kinderbibeln auf dem Prüfstand
Dr. Nauerth erster Referent der Ringvorlesung zum Jahr der Bibel

Vechta – Eine interdisziplinäre Ringvorlesung am Vechtaer Institut für Katholische Theologie zum Jahr der Bibel beleuchtet die verschiedenen kulturprägenden Aspekte der Bibel. Unter dem Oberthema »Das Buch, ohne das man nichts versteht. Die kulturelle Kraft der Bibel« widmete sich Dr. Thomas Nauerth im ersten Vortrag am vergangenen Montag dem Aufbau neuerer Kinderbibeln. Der Mitarbeiter am Lehrstuhl für Praktische Theologie wies darauf hin, dass der Bibelkenntnisstand der Gesellschaft in hohem Maße ein kinderbiblisch verursachter Kenntnisstand sei. Von daher habe sich die Theologie wesentlich mehr Gedanken über den Aufbau von Kinderbibeln zu machen, wenn sie der kulturprägenden kraft der Bibel nachspüren wolle.
Der Referent stellte sechs neuere kinderbiblische Werke vor und stelle ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen heraus. Auf besonderes Interesse stieß dabei die Kritik einer zu stark historisierenden Kinderbibel. Mit einer lebhaften Diskussion über dieses Problem des »woe war es denn wirklich« schloss der gut besuchte Vortrag.



2003-Mai-03
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Kontaktbörse im Vechtaer Kreishaus
Vortrag für Studentinnen der Umweltwissenschaften / Unternehmen stellten sich vor

Vechta – Eine Vortragsveranstaltung und Kontaktbörse für Studentinnen der Umweltwissenschaften und des Umweltmonitorings fand am Mittwoch (30. April) im Vechtaer Kreishaus statt.
In einem interessanten Vortrag beleuchtete die Bremer Professorin Weller unter dem Titel »Umwelt – (k)ein Frauenthema?« die aktuelle Situation von Frauen in den Umweltwissenschaften und verwandten Berufszweigen.
Im zweiten Teil stellten sich verschiedene Firmen und Büros aus der Region vor, die alle in der Vergangenheit bereits Absolventen des Studiengangs Umweltwissenschaften eingestellt haben. Sie legten die von Berufseinsteigerinnen geforderten Qualifikationen dar und beschrieben ihr Unternehmensprofil. Bei einem Imbiss bot sich den Studentinnen insbesondere der höheren Semester die Möglichkeit der persönlichen Kontaktaufnahme für notwendige Praktika oder zur Vorbereitung von Bewerbungen. Die Veranstaltung wurde vom Institut für Umweltwissenschaften der Hochschule ausgerichtet und vom Frauenbüro der Hochschule unterstützt.



2003.Mai-03
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Vitali forscht an der Schnittstelle Europas
Weißrusse studierte erfolgreich in Vechta

Vechta (sbo) – Der aus Weißrussland stammende Student Vitali Shkliarou bestand kürzlich seine Magister-Abschlussarbeit in Vechta. Für ihn, seine Professoren und die Hochschule keine alltägliche Nachricht: er ist der erste und bislang einzige Student aus Weißrussland, der seine Magister-Arbeit in Deutschland bestanden hat. »Er ist der erste aus einer ganz neuen Generation von ausländischen Studierenden«, sagt Professor Dr. Peter Nitschke.
Vitali Shkliarov, geboren im weißrussischen Gomel, studierte Sozialwissenschaften mit den Nebenfächern Deutsch und Geschichte in Vechta. Auf Umwegen landete er hier: Als Kind war er schon einmal im Rahmen eines Austausches für Kinder aus der Tschernobyl-Zone in Deutschland bei einer Familie in Bremen. »Ich war schon damals fasziniert von Deutschland«, erzählt er. 1996 war er dann das erste Mal als Gasthörer für ein paar Monate in Vechta. Er knüpfte gute Kontakte zu den Professoren, die ihn überredeten, hierzubleiben. »So wurden aus vier Monaten sechs Jahre«, lacht Vitali. Der Student war erst für Germanistik eingeschrieben, wechselte aber nach zwei Jahren in die Sozialwissenschaften. »Das interessante Seminarangebot überzeugte mich«.
Das Thema seiner Magisterarbeit lautete »Europäische Union – Osterweiterung und Wirtschaftshilfen für Russland«. Damit stellte er sich den zukünftigen Herausforderungen, die mit der Osterweiterung in der Europäischen Union einhergehen: Seine berufliche Orientierung will er »in der Schnittstelle zwischen der EU und den ehemaligen Ostblockstaaten« finden. »Ich kann viele Erfahrungen, die ich hier gemacht habe, mitnehmen.«
(Foto: sbo) Magister bestanden: Vitali (3.v.l.) stellt sich den zukünftigen Herausforderungen in Europa und den ehemaligen Ostblockstaaten. Seine Professoren Prof. Dr. Peter Nitschke, Prof. Dr. Rudolf Rehn und Prof. Dr. Hermann von Laer (v.l.) bestätigen ihm hervorragende Forschungskompetenzen.



2003-Mai-04
Sonntagsblatt

Stratmann stärkt die Uni Vechta
Niedersächsischer Wissenschaftsminister steht zum Hochschulstandort

Finanzlage des Landes lässt aber lediglich Umschichtungen zu.

Vechta. »So lange es im Land Niedersachsen eine bürgerliche Mehrheit mit einem Wissenschaftsminister Stratmann gibt, wird es keine Schwächung, sonder ehe eine Stärkung des Standortes Vechta geben!« Mit diesen klaren Worten sprach sich in dieser Woche der niedersächsische Wissenschaftsminister Lutz Stratmann für den Hochschulstandort Vechta aus.
Lutz Stratmann war bei seinem Besuch in der Kreisstadt einer Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Friedhelm Biestmann gefolgt und nahm an der Sitzung des Kreisvorstandes der Partei im Landkreis Vechta teil. Der Minister wies bei einer kurzen Ansprache auf die katastrophale finanzielle Lage des Landes Niedersachsen hin und machte deutlich, dass auch sein Ministerium einem massiven Spardruck ausgesetzt sei. Zusätzliche neue Mittel seien also in diesem Jahr nicht denkbar, lediglich Umschichtungen könne es geben.
Das größte Problem in Vechta sei die negative Bewertung des Wissenschaftsrates, der wissenschaftlichen Kommission und der Evaluierungskommission. »Ich nehme die Voten des Wissenschaftsrates sehr ernst, auch für Vechta«, erklärte Stratmann: »Deshalb muss eine Lösung gefunden werden, die mittel- und langfristig trägt.«
Neben dem Standbein der Lehrerausbildung müssen weitere tragfähige Säulen entwickelt werden. Stratmann ist sich sicher, »dass es neue Strukturen durch neue Abschlüsse geben wird, Universität und Fachhochschule werden in Zukunft viel enger verzahnt werden müssen.« Als Beispiel nannte er die internationale Anerkennung von Bachelor- und Masterabschlüssen. Diesem Prozess müsse Rechnung getragen werden.
Als weitere mögliche Standbeine der Hochschule Vechta seien Ernährungswissenschaften genauso denkbar wie Alterswissenschaften. Aufgrund des Vorschlages der Hochschule werde derzeit in seinem Ministerium intensiv an einem Konzept für Vechta gearbeitet. Noch vor der Sommerpause soll dieses stehen. Er werde das Gespräch mit den Betroffenen vor Ort suchen, um dann schnell eine zukunftsträchtige Lösung umsetzen zu können, betonte Stratmann.



2003-Mai-06
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Redlichkeit ist wichtig
Bartels kritisiert Unverfrorenheit


Vechta - Als unverfroren und unanständig bezeichnete der SPD- Landtagsabgeordnete Uwe Bartels Aussagen des CDU-Kreisvorsitzenden Biestmann "Die Hochschule Vechta hatte keine Unterstützung durch die SPD-Landesregierung" und "ohne die neue CDU-Regierung wäre die Hochschule Vechta geschlossen worden." Das Handeln der SPD-Landesregierungen widerlegt eindeutig diese Behauptungen. Das Konkordat, mit dessen Neufassung in 1993 der Standort Vechta nicht nur abgesichert, sondern auch eine über die Lehrerausbildung hinausgehende Perspektive erhalten hatte, sei von der SPD- Landesregierung ausgehandelt worden. Dies sei der Öffentlichkeit in bester Erinnerung. Lediglich dem CDU- Kreisvorsitzenden Biestmann seien diese Tatsachen offenbar nicht bekannt.
"Für mich ist unverständlich, wie ein Politiker so unverfroren Unwahrheiten verbreitet", erklärte Bartels. Er diskutiere gerne mit jedermann darüber, mit welchen Maßnahmen der Hochschulstandort gefestigt und weiterentwickelt werden könne. Voraussetzung sei dazu aber ein Mindestmaß an Redlichkeit, und die lasse Biestmann durchweg in der politischen Auseinandersetzung vermissen.

Zum Leserbrief Kuropka
Zum Leserbrief von Laer



2003-Mai-07
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Heimatbund zeichnete drei Professoren aus

Vechta (ak) – In feierlichem Rahmen sind gestern an der Hochschule Vechta die Professoren Dr. Alwin Hanschmidt, Dr. Joachim Kuropka und Dr. Hans-Wilhelm Windhorst ausgezeichnet worden.
Der Heimatbund für das Oldenburger Münsterland ehrte die Wissenschaftler für ihren langjährigen und unermüdlichen Einsatz zu Gunsten unserer Region: »Sie haben sich um das Oldenburger Münsterland verdienst gemacht.«

Ehrentafeln für verdiente Vechtaer Professoren
Heimatbund überreichte gestern Auszeichnungen/Wichtige Beiträge für die regionale Entwicklung


Vechta (ak) - Die Professoren Dr. Alwin Hanschmidt, Dr. Joachim Kuropka und Dr. Hans- Wilhelm Windhorst haben gestern im Rahmen einer Feierstunde an der Hochschule Vechta jeweils die Ehrentafel des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland verliehen bekommen. Heimatbundpräsidentin Hildegard Kronlage übergab die Auszeichnung samt der zugehörigen Urkunde.
Das Wirken der Vechtaer Hochschullehrer wurde ausführlich von Dr. Gerd Steinwascher, Leiter des Oldenburger Staatsarchivs, und Professor Dr. Jürgen Deiters, Geograph an der Universität Osnabrück gewürdigt. Den Dank und den Glückwunsch der Hochschule Vechta sprach Präsident Professor Dr. Ortwin Peithmann.
Alwin Hanschmidt wurde ausgezeichnet, weil er als Geschichtswissenschaftler in Vechta seit 1975 wesentliche Beiträge zur Regionalgeschichte schrieb und angehenden Geschichtslehrern wissenschaftliches und didaktisches Wissen vermittelt.
Der Geschichtswissenschaftler Joachim Kuropka ist weit über die regionalen Grenzen hinaus als Von-Galen-Experte bekannt. Er verfasste - seit 1976 in Vechta - viele Beiträge zur Nazi- und Nachkriegsgeschichte und stellte mit einem Team bedeutende Wanderausstellungen zusammen. Der Geograph Hans-Wilhelm Windhorst arbeitete sich - seit 1971 in Vechta - in die Agrarproblematik der Region ein. Er leistete wesentliche Beiträge zur heimischen Wirtschaftsentwicklung und war zudem lange im Redaktionsteam des Oldenburger Münsterland-Jahrbuches tätig.
(Foto: Kokenge) Geehrt für ihre Verdienste um das Oldenburger Münsterland: Die Professoren Windhorst (l.), Hanschmidt (3. v. l.) und Kuropka (v. r.) mit Heimatbundpräsidentin Kronlage (r.), Hochschulpräsident Peithmann (3. v. r.) und Heimatbundvizepräsident Hartmut Frerichs (2. v. l.).



2003-Mai-09
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

"Romberg war unverschämt begabt"
Prof. Dr. Karlheinz Höfer forscht auch mit 75 noch leidenschaftlich / WDR sendet Werke


Vechta (vk) - Am 1. Mai wurde er 75. Doch Ruhestand ist für Prof. Dr. Karlheinz Höfer ein Fremdwort. Mit Leidenschaft erforscht der Vechtaer Musikwissenschaftler die Werke des klassischen Komponisten Andreas Romberg (1767 - 1821) - eines Zeitgenossen Joseph Haydns und Ludwig von Beethovens, der in Vechta geboren wurde.
Höfer arbeitet mit Dr. Klaus Werner an der Romberg-Forschung. Dafür gibt es eine Arbeitsstelle an der Hochschule, die 1993 ins Leben gerufen wurde. Ein wichtiges Ziel ist es, die Werke Rombergs zu neuem Klang zu erwecken und vor Publikum aufzuführen. So gab es bereits acht Romberg-Konzerte mit Höfer als Dirigenten. Und in diesem Monat erscheint mit "Der Messias" bereits die fünfte Romberg-CD. Das alles ist das Ergebnis jahrelanger Suche in Bibliotheken und Archiven im Osten. Denn Romberg, der in der Propsteikirche getauft wurde, verbrachte seine letzten Jahre in Gotha.
"Dr. Werner und ich hätten das schon längst in die Ecke geschmissen, wenn Romberg uns nicht immer wieder überrascht hätte. Der war unverschämt begabt", sagt Höfer. Der lange Applaus nach Konzerten gibt Höfer die Bestätigung: "Nicht für mich, sondern für Romberg." Auch der Westdeutsche Rundfunk (WDR) findet die Stücke hörenswert. "Wir haben beim WDR 100 Mal angeklopft, bis es nach langen Jahren geklappt hat", so Höfer. Der Rundfunk spielte mit der Herforder Philharmonie bereits drei Symphonien ein und sendete sie probeweise im Nachtprogramm des Senders WDR Köln. Jetzt sollen eine weitere Frühe Symphonie und zwei Overtüren im August eingespielt werden.
Für die ehrenamtliche Forschung muss Höfer einiges aus eigener Tasche bezahlen. Auf die Einladung zu seiner Geburtstagsfeier hatte der Musikprofessor im Ruhestand daher geschrieben, "dass ich keine Sachgeschenke haben möchte. Wer mir etwas Gutes tun will, spendet etwas für die Romberg-Gesellschaft." Diesem Wunsch kam unter anderem die Stadtverwaltung und sein Chor "Collegium Vocale Vechta" mit je 250 Euro nach.
Höfer hat auch eine Broschüre über Romberg und die Forschung herausgebracht, die ebenso wie die CDs in Vechtaer Buchhandlungen zu kaufen sind. Zudem weist Höfer auf eine Romberg-Ausstellung hin, die seit dem 7. Mai und noch bis zum 5. Juni in der Universitätsbibliothek in Münster stattfindet.



(Foto: vk) Stolz präsentiert Karlheinz Höfer ein "Denkmalband" - eine mit Computerprogrammen erstellte Notenausgabe von einem Romberg-Werk. Bei dieser bis zu anderthalb Jahre dauernden Arbeit werden handschriftliche Dokumente überarbeitet.



2003-Mai-10
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Der Vater des Kreuzkampfes
Willi Baumann referierte in Steinfeld über Propst Franz Uptmoor

Ein Leben für Gott: Willi Baumann erzählte aus dem Leben Franz Uptmoors.

Steinfeld (sn) - Groß war die Resonanz auf die Einladung zum Vortrag von Willi Baumann zum Thema "Leben und Wirken des Seelsorgers Propst Franz Uptmoor" am Donnerstagabend im Versammlungsraum des alten Pastorats von Steinfeld. Unter den vielen Zuhörern waren auch zahlreiche Messdiener aus der "Uptmoor-Zeit" in Steinfeld.
Der Archivleiter im bischöflichen Offizialat beschäftigt sich seit längerem mit der Person Franz Uptmoor. Er ließ den Werdegang Uptmoors als Kind, Jugendlicher, Gymnasiast, Soldat und junger Priester synchron zu einigen Bildern Revue passieren, bevor er eingehend auf den "Vater des Kreuzkampfes" in seiner Sevelter Zeit als Kaplan einging. Nach dem Tod von Pfarrer Bornhorn wurde Uptmoor 1940 Pfarrer der St. Johannes Kirchengemeinde Steinfeld. 32 Jahre war er dort im Amt. Er initiierte in dieser Zeit sehr viele bauliche Maßnahmen wie die Friedhofserweiterung, den Bau einer neuen Sakristei sowie die Sanierung der Kirche nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Schwierigkeiten aus der Nachkriegszeit, den "Speck- und Butterjahren" wurden detailliert dargestellt. Uptmoors Predigten waren einfach, knapp aber klar, so Baumann. Dem Mann hatte er in der religiösen Familie eine besondere Rolle zugedacht, er sei "der Priester in der Familie". Der monatlich eingerichtete "Männersonntag" ist ein Zeitzeuge.
Schwierigkeiten taten sich zum Ende seiner Amtszeit für den konservativen Pfarrer auf, als Änderungen und Neuerungen in der Liturgie aufkamen. Ein Freund dieser Öffnung und Demokratisierung der Kirche war er jedenfalls nicht. Im Alter von 75 Jahren dankte Propst Uptmoor im Herbst 1972 ab. Fazit der Veranstaltung: Das in Vorbereitung befindliche Buch über Propst Uptmoor lässt einiges erwarten. Zum Abschluss gedachte Prälat Bernard Beering des vor exakt 25 Jahren auf dem Steinfelder Friedhof zu Grabe getragenen Seelsorgers mit einem gemeinsamen Gebet.


 



2003-Mai-10
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Extra-Genetische Vererbung ist sinnvoll
Provokant Grenzüberschreitendes bei Eröffnung des Institutes für Intermediäre Gestaltung


Von Anne Koschade

Vechta - "Faschismus ist demokratisch legitimiert voll zurückgekehrt - ebenso die Angriffskriege. Extra-genetische Vererbung ist ein sinnvolles Kalkül - es ist nicht effektiv, Geld und Fähigkeiten seinen eigenen Nachkommen zu vererben. Säkularisierung der religiösen und sozialpolitischen Ordnung ist im Westen erledigt - Säkularisierung der Kultur steht noch bevor." Energisch in der Gestik, doch ohne große Mimik schmetterte gestern Abend der Wuppertaler Kulturwissenschaftler Professor Dr. Bazon Brock seine provokanten Thesen in den Raum, die zumeist längerer Argumentationen bedurften. Sein übergreifendes Thema: "Wir hätten uns gern der Ökonomie unterworfen, leider produziert sie nur Pleiten: Ökonomisierung der Kultur und Kulturalisierung der Wirtschaft."
Im Rahmen der Eröffnungsfeier des neuen Institutes für Intermediäre Gestaltung (ImeG) sprach der für seine grenzüberschreitenden Aussagen bekannte Brock über die Musealisierung von Kultur. Kultur werde in Museen eingesperrt, damit sie möglichst auf politischer und sozialer Ebene folgenlos bleibt. Dabei prangte hinter dem exzentrischen Professor das Logo des Institutes: "...Wir fahren fort, Sinn zu produzieren."
Gestaltendes Werken war einmal - mit Gründung des neuen Institutes will Professor Dr. Karl- Eckhard Carius neue Wege gehen. Ein Angebot für Studiengänge ästhetisch-kultureller Bildung soll geschaffen werden, das auf dem interdisziplinären Zusammenwirken von Kunst, Design, Architektur und Technologie sowie Literatur, Medien und philosophischen Theorien basiert. "Umkehren, wach rütteln und in Frage stellen", so sieht Carius den Weg zum Ziel.



(Foto: ko) Kreativ Sinn produzieren: Danach richtet sich die Ausstellung anlässlich der Institutseröffnung; v. l. Claude Wunschik, Karl-Eckhard Carius und Dr. Bazon Brock vor einem der Exponate.



2003-Mai-10
Nordwest-Zeitung

Fortfahren, Sinn zu produzieren
Eröffnung Neues Institut für intermediäre Gestaltung der Hochschule Vechta

Die neue Einrichtung soll die unterschiedlichsten Partner ästhetisch-kultureller Bildung zueinander führen. Zur Eröffnung gibt es von allen Seiten gute Wünsche.

Von Christoph Floren

Vechta – Design und Kunst können Bindeglieder zwischen Vertretern ganz und gar unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen schaffen. Das hat sich gestern zur offiziellen Eröffnung des neues von Prof. Karl-Eckhard Carius geleiteten Institut für intermediäre Gestaltung (ImeG) der Hochschule Vechta (die NWZ berichtete) gezeigt. Bereits bevor die Gäste – unter ihnen zahlreiche Vertreter der ImeG-Kooperationspartner aus Lüneburg, Osnabrück, Braunschweig und Bremen – zum Festakt in die Aula gelangten, trafen sie im Foyer auf Design. Die Exponate der Ausstellung »Objekte, Fotografien, Zeichnungen, Computeranimationen« boten Anlass »zu Gesprächen über den Tellerrand«, wie es eine Besucherin prägnant beschrieb.
Die anschließende Feierstunde unter dem Motto »... wir fahren fort, Sinn zu produzieren ...« sollte, so wünschte es sich Vechtas Hochschulpräsident Prof. Ortwin Peithmann, »alle Sinne ansprechen«. Kunst für die Augen, Jazz vom »Ed Kröger Quintett« für die Ohren, Grußworte und ein Festvortrag von Bazon Brock (Professor für Ästhetik an der Universität Wuppertal) für den Geist und zum Abschluss ein von einem Unternehmen der heimischen Wirtschaft gesponsertes Büfett boten den Rahmen der Veranstaltung.
Als Gastredner wagte Brock, der sich selbst als »hauptamtlichen Beweger« charakterisiert, vor den Zuhörern eine konstruktiv-kritische Auseinandersetzung mit dem derzeitigen Stand der kulturellen Bildung in Deutschland. Sein Referat trug den Titel »Ökonomisierung der Kultur – und Kulturisierung der Ökonomie«. Brock, der als streitbarer Verfechter unkonventioneller Thesen gilt, blieb diesem Ruf des durchaus auch Provokanten treu. So sagte er unter anderem: »In Vechta soll es Schwarze geben, die grün denken und rote Hoffnungen haben.« Darüber hinaus prangerte er beispielsweise den »Individualisierungsdruck« an, »der in unserer heutigen Gesellschaft herrscht«.
Zuvor hatte Gert Stuke als Vorsitzender des Vechtaer Hochschulrates die Initiative zur Gründung des ImeG »als Zeichen für einen neuen Aufbruch und eine neue Dynamik« an Niedersachsens bislang kleinster Hochschule gelobt. »So ein Institut ist mehr als eine Organisationseinheit. Es kann zu einem Markenzeichen werden«, sagte Stuke wörtlich.
Institutsleiter Prof. Carius ging auf Kreativität und Design »als Wertschöpfungsfaktoren« ein. Als Auftrag für das ImeG nannte er das weite Betätigungsfeld der Perspektive., »Gestaltung in einem kommunikativen Sinn interpretierbar zu machen«.
Mehr Infos unter www.uni-vechta/institute/imeg.de



2003-Mai-13
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Schnurfüßer-Invasion: Keiner hat Schuld
Vechtaer Zoologe startet Forschung und setzt auf Mithilfe tierisch geplagter Holdorfer

Holdorf (hvo) - Sie kamen morgens in Scharen und waren mittags plötzlich weg: Diese Beobachtung beschreibt eine Anwohnerin und meint damit die Invasion von Schnurfüßern, die im Mai vergangenen Jahres das Wohngebiet Bäkeesch zu Tausenden heimsuchten (wir berichteten). Jetzt will Professor Dr. Rainer Ehrnsberger von der Hochschule Vechta Ursachenforschung über das ungewöhnlich hohe Aufkommen der wurmartigen Tiere betreiben.
Der Zoologe am Institut für Didaktik der Naturwissenschaften stellte während eines Informationsabends im Rathaus das bei vielen Menschen Ekel erregende Tier vor und bat die Anwohner um Mithilfe bei seinem Forschungsprojekt. Erst nach diesen Untersuchungen sei es möglich, den Betroffenen Ratschläge zur Abhilfe dieses Phänomens zu geben. Außerdem wird die Biologie-Studentin Karolin Küker ihre Examensarbeit diesem Gliederfüßer widmen, über den bisher wenig bekannt ist. Die ersten Exemplare sind im Wohngebiet bereits wieder aufgetaucht. Anwohner brachten einige zu dem Informationsabend mit. Über die Ursache der massenhaften Völkerwanderung der im Boden lebenden Kriechtiere konnte Ehrnsberger keine schlüssige Antwort geben.
Ausschließen konnte der Beauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege im Landkreis Osnabrück allerdings, dass es mit dem Verhalten der Bewohner zu tun hat. Diese sahen sich dem Vorwurf ausgesetzt, durch von ihnen in der Landschaft gelagerten Kompost, die Massenwanderung der Schnurfüßer ausgelöst zu haben. "Diese Tiere fressen kein Gras oder moderndes Grünzeug", sagte Ehrnsberger. Seine Untersuchungen der Komposthaufen hätten gezeigt, dass hier kein erhöhtes Aufkommen festzustellen gewesen sei. Überhaupt gebe es keinen Schuldigen für dieses vermehrte Aufkommen. Man könne auch nicht den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) einen Vorwurf machen, der in direkter Nachbarschaft Flächen zur Wassergewinnung unterhält. Diese Fläche ist unter anderem mit jungen Laubbäumen wie Pappel, Erle, Weiden und Birken bewachsen zwischen denen sich dichte Krautvegetation befindet.
In Anbetracht der im vergangenen Jahr aufgetretenen Plage hat der OOWV bereits auf einem vorgelagerten brachliegenden Acker einen etwa dreißig Meter breiten Streifen gepflügt und bepflanzt, um so das Wohngebiet vor einem möglichen neuen Befall zu schützen. "Vielleicht sorgt auch der starke Frost im Winter dafür, das in diesem Jahr eine weitere Schnurfüßer-Invasion ausbleibt", sagte Ehrnsberger den Zuhörern, die so ein tierisches Jahr wie das vergangenen nicht wieder erleben möchten.



2003-Mai-14
Oldenburgische Volkszeitung

Mit Bartels Billigung

Noch einmal zum Bericht »Redlichkeit ist wichtig (OV vom 6. Mai).
Von Unverfrorenheit und Anständigkeit glaubt Minister a. D. Bartels etwas zu verstehen, wenn er ausgerechnet Friedhelm Biestmann als »unverfroren und unanständig« bezeichnet, weil dieser die mangelnde Unterstützung der Uni in Vechta durch die SPD-Landesregierung festgestellt hatte. Dazu ist allerdings der Öffentlichkeit noch einiges in Erinnerung.
Durch die Bürgerinitiative Pro Uni (in der man Bartels vergeblich suchte) wurde die Schließung verhindert, doch musste auf Druck der Landesregierung die Gymnasiallehrerausbildung preisgegeben werden (Verlust rund 300 Studierende). Es wurden zwei Magisterstudiengänge geschlossen (Verlust rund 220 Studierende) und versprochene Ersatzstudiengänge nicht eingerichtet, dann kam die Schließung der Fächer Politik, Physik und Chemie (Verlust rund 70 Studierende) und schließlich sollte Gerontologie geschlossen werden. In bester Erinnerung ist die Errichtung der Parteiherrschaft über die Hochschule, als zuerst Rektor Howe (SPD) installiert wurde, der mit dem Hochschulratsvorsitzenden Dr. Koch (SPD) und dem Prorektor Ehlers (SPD) alle bekämpfte, die nicht auf der Linie lagen.
Das traf sogar die Studenten, die nicht mehr als Hilfskräfte eingestellt wurden, wenn sie abweichende Meinungen artikulierten. Selbst in Evaluationsberichten auswärtiger Gutachter wurde der Hochschulleitung bescheinigt, sie agiere »in einem schlechten Sinne politisch« und verfolge »interessegeleitete Machtpolitiken sowie persönliche Interessen«. Alles dies hat der damalige Minister Bartels gebilligt. Da ist es allerdings schon »unverfroren und unanständig«, jetzt den CDU-Abgeordneten Biestmann zu beschimpfen, der diesen Machenschaften als damaliger Oppositionspolitiker nach Kräften entgegengetreten ist.

Prof. Joachim Kuropka
Driverstr. 22
Vechta

Zurück zum Bezugstext
Zum Leserbrief Bartels



2003-Mai-14
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

SPD als Totengräber

Zum Bericht »Redlichkeit ist wichtig« (OV vom 6. Mai).
In dem Artikel wird berichtet, wie der ehemalige SPD-Landwirtschaftsminister Uwe Bartels den CDU-Landtagsabgeordneten Friedhelm Biestmann scharf angreift, weil Herr Biestmann behauptet hatte, dass bei einem Sieg der SPD bei den letzten Landtagswahlen die Hochschule in absehbarer Zeit geschlossen worden wäre.
Fürwahr, Redlichkeit ist wichtig! Herr Bartels weiß als Beteiligter doch ganz genau, wie die SPD-Landesregierung die Uni in Vechta während der letzten Jahre systematisch und gezielt zu Grunde gerichtet hat, und zwar im Einvernehmen mit dem SPD-Hochschulratsvorsitzenden und der SPD-Hochschulleitung: funktionierende Studiengänge wurden geschlossen, nur weil die dort Lehrenden nicht genehm waren; die eigenen Freunde wurden mit Studiengängen und viel Geld ausgestattet; die teils kriminellen Machenschaften von Rektor Howe wurden jahrelang gedeckt. Und wenn man sich gegen diese Zumutungen und Rechtsbrüche wehrte dann hieß es, es gebe »Streit an der Uni«.
All dies hatte natürlich das Ziel, die ungeliebte Uni in einem ungeliebten Wahlkreis kaputt zu machen. Da hat Herr Biestmann mit seiner Einschätzung völlig recht, und es ist ihm für diese klare Aussage zu danken. »Unverfroren und unverständlich« sind daher auch nicht, wie Bartels behauptet, die Äußerungen von Herrn Biestmann.
Unverfroren sind vielmehr seine eigenen Angriffe, denn er wusste von Anfang an, wohin die Reise gehen sollte. Deshalb hat er sich auch seinerzeit massiv dagegen gewehrt, Mitglied des Hochschulrates zu werden.

Prof. Hermann von Laer
Driverstr. 22
Vechta

Zurück zum Bezugstext
Zum Leserbrief Bartels



2003-Mai-15
Nordwest-Zeitung

Lehramtsstudium international
Hochschule Vechta setzt vom Wintersemester 2003/2004 an auf „BA“ und „MA“


Die Strukturen orientieren sich am „angelsächsischen Modell“. Die Initiatoren erwarten mehr Wahlmöglichkeiten.

Von Christoph Floren

Vechta - „Neu, modern, international, die Rolle der Hochschule in der Region verbessernd“: So umreißt Vechtas Hochschulpräsident Prof. Ortwin Peithmann die neuen, modulartig aufgebauten Studiengänge „Bachelor of Arts“ oder „Master of Education“ (BA/MA). Vom Wintersemester 2003/2004 an sollen sie das in Vechta in zwölf Fächern mögliche Lehramtsstudium für Grund-, Haupt- und Realschulen revolutionieren.
Damit orientiert sich die Hochschule an internationalen, der gängigen Praxis in Großbritannien und den USA angepassten Studienstrukturen. Die zu erwerbenden „BA“- und „MA“-Zertifikate müssen von der Europäischen Union bis 2010 geforderte Vergleichbarkeitskriterien erfüllen.
Unter diesen Vorgaben absolvieren Vechtas Lehramtsstudenten zunächst ein sechssemestriges, in zwei Varianten angebotenes „BA“-Studium. Der Abschluss, so Prof. Iris Pahmeier, Vizepräsidentin für Lehre und Forschung, „ermöglicht ihnen den Weg auf den freien Berufsmarkt“. Darauf kann als zweite Stufe ein „MA“ folgen. Das öffnet die Tür ins Referendariat und den Weg in den Schuldienst. Wer an Gymnasien, Haupt- oder Realschulen unterrichten will, muss vier Semester dranhängen. Für Grundschullehrer in spe reichen zwei bis drei Semestern.
Für das Absolvieren der einzelnen Module, das sind thematisch zusammen gehörende Lehreinheiten, die das Studienangebot bestimmen, gibt es Anrechnungspunkte. Die Vergabe dieser „credits“ orientiert sich am internationalen Standard zur Bewertung von Studienleistungen. Zur Erlangung des „BA“ und des „MA“ ist zudem je eine Abschlussarbeit („thesis“) vorzulegen. Zugelassen werden Studenten, wenn sie eine bestimmte Punktzahl, voraussichtlich 140 von 180 „credits“, erworben haben.
Mit diesem Prinzip sieht das Hochschulpräsidium einerseits die Struktur des Studiums gestrafft und andererseits die Prüfungslast für die angehenden Akademiker verteilt. Vor dem Wintersemester will die Hochschule Informationsangebote und eine Anzeigenkampagne zum Thema „BA/MA“ starten.
Mehr Infos gibt es bei der Zentralen Studienberatung unter
www.uni-vechta.de/einrichtungen/zsb/index.html



2003-Mai-15
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

"Ein Eingangstor für viele Chancen"
Bachelor und Master: Hochschule bietet zum Wintersemester neue Lehramtsstudiengänge

Neue Studienstruktur im Lehramtsbereich: Das zum Lehramt führende Masterstudium fußt auf einem grundständigen Bachelor-Abschluss, der auch ein fachwissenschaftliches Studium oder den frühzeitigen Berufseintritt ermöglichen soll. Von Ulrich Suffner


Vechta - Für den Bereich des Lehramts an Grund-, Haupt- und Realschulen bietet die Hochschule Vechta als eine der ersten Universitäten Deutschlands zum Wintersemester 2003/04 neue Formen der Lehrerausbildung an: den "Bachelor of Arts" sowie den in den Lehrerberuf mündenden "Master of Education".
Das Präsidium stellte gestern die neue Studienstruktur für alle zwölf Lehramtsfächer vor. "Sie eröffnet", so Präsident Prof. Dr. Ortwin Peithmann, "den Lehramtsstudierenden künftig vielfältigere Studien- und Berufsmöglichkeiten".
Bis 2010 müssen alle Universitäten in der Europäischen Union auf die angelsächsischen Studienabschlüsse umstellen, um internationale Vergleichbarkeit sicherzustellen. In Deutschland werden schrittweise die bisherigen Magister- und Diplomstudiengänge weichen.
Die im Herbst zunächst nur in Vechta und Braunschweig startenden BA- und MA-Studiengänge wurden im Verbund aller niedersächsischen Hochschulen entwickelt, die Lehrer ausbilden. Sie zeichnen sich durch thematisch zusammenhängende Lehreinheiten, so genannte Module, aus, die jeweils mit einer Prüfung enden und für die der Student bei Erfolg eine bestimmte Anzahl von Anrechnungspunkten ("credits") erhält.
Der sechssemestrige Bachelor- Studiengang bietet eine wissenschaftliche Grundausbildung, die drei Wege öffnen soll: den frühzeitigen Einstieg ins Berufsleben, ein viersemestriges fachwissenschaftliches Studium mit den Abschlüssen "Master of Arts/ Sciences" oder ein dreisemestriges berufsbezogenes Lehramtsstudium für Grund-, Haupt- und Realschulen mit dem Abschluss "Master of Education". Die abschließende Masterarbeit ersetzt die bisherige Erste Staatsprüfung.
Mit der zunächst konkurrenzlosen Einführung erhofft sich Peithmann "zusätzliche Studenten". Nicht nur das Lehramt werde qualitativ von der Reform profitieren. Auch der Wechsel zwischen Hochschulen und Fächern werde künftig erleichtert. So machte Peithmann gestern die Hochschule Vechta jungen Menschen aus der Region nicht nur als "Lehrerschmiede", sondern als wohnortnahes "Eingangstor für viele Chancen" schmackhaft.


 



2003-Mai-20
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Indische Uni freut sich über Geschenke
Hochschule Vechta gibt Bücher an Universität in Baroda ab/Doppelbestände aussortiert


Vechta (md) - Mehrere hundert Bücher schenkt die Bibliothek der Hochschule Vechta in diesen Tagen der Universität von Baroda in Indien. Den Anstoß für die Überlassung der Germanistik-Fachliteratur gab der ehemalige OV-Redakteur Marco Sagurna. Der frühere Student der Hochschule Vechta hatte im Herbst 2002 einen Lehrauftrag in Borada erhalten und bei seinem Aufenthalt den Mangel an Literatur für die über 500 Germanistik- Studenten bemerkt. "Die indische Hochschule ist auf Spenden angewiesen, weil ihre finanziellen Möglichkeiten für den teuren Literaturkauf bei weitem nicht ausreichen", erläutert Sagurna, der auch schon bei einigen Verlagen kostenlos Bücher für Baroda erhalten hat.
Auch der Leiter der Vechtaer Hochschulbibliothek, Dr. Gunter Geduldig, suchte mit der Genehmigung von Hochschulpräsident Prof. Ortwin Peithmann Doppelbestände und andere Bücher, die nicht mehr benötigt werden, aus den Magazinen heraus. Damit die Bücher für die Germanisten in Baroda von Nutzen sind, wurden nur auf Deutsch geschriebene Texte ausgewählt.
Auch der Transport der Bücher nach Indien ist aufgrund eines glücklichen Zufalls bereits geklärt: Reinhard Puche, der Vorsitzende des Lohner Kunstkreises "Die Wassermühle" erfuhr von der Schenkaktion und hat angeboten, die Bücher mit nach Berlin zu nehmen. Dort steht im September der Besuch der Indischen Botschaft auf dem Programm einer Exkursion des Kunstkreises.



(Fotos: Sagurna/md) Die Pakete sind gepackt: Bibliotheksleiter Dr. Gunter Geduldig suchte Doppelbestände und nicht mehr benötigte Bücher aus dem Magazin heraus. Vorfreude über den neuen Lesestoff herrscht bei den Germanistik-Studentinnen der indischen Universität von Baroda (kleines Bild).



2003-Mai-21
Nordwest-Zeitung

Ausschreibung zum Vechtaer Friedensfest
Aufruf Junge Autoren schildern ihre Wünsche und Fragen zu Krieg und Frieden

Die Sieger tragen ihre Texte vor. Ein Friedensfest bietet das Forum.

Vechta/CCF – In Vorbereitung auf ein Friedensfest am Sonnabend, 5. Juli, am Vechtaer Gulfhaus planen die Friedensinitiative der Hochschule Vechta und der Geest-Verlag in Vechta-Langförden einen Schreibwettbewerb für Kinder und Jugendliche zwischen acht und 16 Jahren. Die Initiatoren suchen Gedichte, Lieder und kurze Erzähltexte, die das Thema Frieden behandeln. Dabei geht es auch um Frieden in Schulen, in Freundschaften oder mit ausländischen Freunden.
Die Beiträge, kurze Texte, die an Beispielen Fragen zum Erleben von Krieg und Frieden beantworten sollen, müssen bis Freitag, 20. Juni, beim Geest-Verlag, Lange Straße 41a, 49377 Vechta-Langförden, vorliegen. Sie können auch per Fax 04447/856581 oder per E-Mail: Geest-Verlag@t-online.de eingehen. Für die Siegertexte gibt es Buchpreise und die Gelegenheit zur öffentlichen Lesung beim Friedensfest.
@Mehr Infos unter www.Geest-Verlag.de



2003-Mai-21
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Hörspiel und Schreibwerkstatt zum Friedensfest

Vechta – Eine Friedensinitiative von Vechtaer Studenten veranstaltet am 5. Juli am Gulfhaus ein Friedensfest, an dem sich auch der Geest-Verlag aus Langförden beteiligt. Unter dem Titel »Als die Kinder den Krieg verhinderten« soll ein Hörspiel entstehen, für das zehn Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren als Mitstreiter gesucht werden. Die Teilnahme ist kostenlos. Wer mitmacht, erhält eine Hörspiel-CD.
Außerdem werden Gedichte, Songs und kurze Erzähltexte von Kindern und Jugendlichen gesucht, die das Thema Frieden behandeln. Gemeint ist nicht nur die Verhinderung von Krieg, sondern auch das Bemühen um Frieden im eigenen Alltag.
Kinder und Jugendliche zwischen acht und 16 Jahren können sich bis zum 20. Juni mit bis zu drei Arbeiten beteiligen. Die Gewinner der Schreibwerkstatt dürfen im Vechtaer Friedensheft veröffentlichen und erhalten einen Buchpreis sowie die Möglichkeit einer Lesung ihrer Texte auf dem Friedensfest. Texte sind einzusenden an den Geest-Verlag, Lange Straße 41a, 49377 Langförden. Anmeldung für das Hörspiel unter Telefon 04447/856580.



2003-Mai-21
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Neuer an Hochschule
Aus der zweitgrünsten Stadt nach Vechta


Vechta (vk) - Dr. Stephan Sandkötter lehrt seit dem 1. April an der Hochschule in Vechta. Der neue wissenschaftliche Mitarbeiter für Soziologie am Institut für Sozialwissenschaften ist 38 Jahre alt und gebürtiger Rheiner.
Jeden Tag bietet Sandkötter Lehrveranstaltungen für Lehramt- und Erziehungswissenschaftsstudenten an. Hier beschäftigt er sich mit der Einführung in die Soziologie, der Erziehungssoziologie und Sozialstrukturen.
Sandkötter war zuvor vier Jahre lang als Gastdozent an der Universidade Federal da Paraiba in Joao Pessoa, laut Unesco die "zweitgrünste Stadt der Welt", im Nordosten Brasiliens tätig. Seine Dissertation schrieb er über die "Modernisierungsforschung in Brasilien".



 



2003-Mai-21
Oldenburgische Volkszeitung

Schüler löschten ihren Wissensdurst
Zeitungsfrühstück in der Alexanderschule

Vechta (vk) - "Wie alt ist die OV?", "Wieso wird die Zeitung nicht zusammengetackert?", "Wie könnt ihr die Bilder da draufmalen?" Die Schüler der Klassen 3a und 3b hatten beim gestrigen Zeitungsfrühstück in der Alexanderschule in Vechta viele Fragen auf dem Herzen. Die Kids nehmen an der OV/Promedia-Aktion "Lesepass" teil, die von der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) mitgesponsert und von der Hochschule Vechta unterstützt wird.
Auf die Frage mit dem Zusammentackern hatte OV-Verlagsleiter Jörg-Peter Knochen eine Gegenfrage. "Was meint ihr denn, wie viele Zeitungen jeden Tag gedruckt werden?" Der kleine Clemens lag mit seiner Schätzung von 23 000 schon sehr gut. Insgesamt sind es rund 25 000 Zeitungen. Als OV- Chefredakteur Cornelius Riewerts erzählte, dass schon 1786 in Wolfenbüttel die erste Zeitung herausgegeben wurde, staunten die Schüler nicht schlecht. Auch die anderen am "Lesepass" teilnehmenden Klassen können einen Verlagsmitarbeiter oder einen Redakteur für Fragen einladen.
Christiane Hollander aus Oldenburg, Projektbegleiterin für die LzO, und der LzO-Direktor in Vechta, Hermann Gaschemann, erklärten, warum die Bank den "Lesepass" sponsert. "Wir fühlen uns mit der Region und den Schulen verbunden. Es ist wichtig, dass Kinder nicht nur mit dem PC umgehen, sondern auch Zeitung lesen können", sagte Gaschemann. Für die Hochschule Vechta war Jörg Ringling beim Frühstück dabei.



(Foto) Morgendliche Lektüre: Die Alexanderschüler frühstückten mit (von links) ihren Lehrerinnen Heike Hartwig und Stefanie Ostendarp, Christiane Hollander und Hermann Gaschemann (LzO), Jörg Ringling (Hochschule), OV-Verlagsleiter Jörg-Peter Knochen und Chefredakteur Cornelius Riewerts.



2003-Mai-21
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Professoren-Stänkerei

Zu den Leserbriefen der Professoren Kuropka und von Laer zur Hochschule Vechta (OV vom 14. Mai).
Nach dem gemeinsamen Besuch des ehemaligen Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel und dem päpstlichen Nuntius Dr. Giovanni Lajolo in der Hochschule Vechta im November 2002 haben alle gehofft, dass die unerquicklichen und absolut überflüssigen auch überregional in den Leserbriefspalten ausgetragenen Streitereien von Hochschulangehörigen endlich ein Ende hätten.
Weit gefehlt. Die verbissensten Streithähne, die Professoren Kuropka und von Laer meldeten sich mit heftigen Attacken gegen mich in der OV-Leserbriefspalte in der vergangenen Woche zurück. Der Inhalt ihrer Briefe ist auf Grund der Absurdität der Vorwürfe keiner Kommentierung würdig.
Als jemand, der seit Jahrzehnten für den Erhalt und den Ausbau der Hochschule gekämpft hat, kommen einem angesichts derartiger Ausfälle schon bisweilen Zweifel, ob sich denn der eigene Einsatz noch lohnt.
Besinnt man sich jedoch darauf, wie viel engagierte und exzellente Wissenschaftler an der Hochschule tätig sind, die zum Beispiel weniger durch Leserbriefe, sondern mehr mit ihren fachwissenschaftlichen Veröffentlichungen die Reputation des Hochschulstandortes mehren; wie viel Studentinnen und Studenten das Studienangebot in Vechta annehmen und welche Bedeutung diese Hochschule für die Nordwestregion Niedersachsen hat, dann bringt das Motivation genug für weiteres Engagement.
Und es schafft ein dickes Fell gegen vereinzelte Professoren-Stänkerei.

Uwe Bartels
Minister a. D.
Vechta

Zurück zu den Bezugstexten
Zum Leserbrief Kürschner
Zum Leserbrief Kuropka



2003-Mai-24
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Ehrabschneidend

Zum Leserbrief »Professoren-Stänkerei« (OV vom 20. Mai). Auskeilen und austeilen, das kann er, der gewesene Minister Bartels: Am 6. Mai war in der „OV“ zu lesen, dass er Aussagen des CDU-Kreisvorsitzenden Biestmann „als unverfroren und unanständig bezeichnete“. Biestmann verbreite „unverfroren Unwahrheiten“ und lasse „durchweg in der politischen Auseinandersetzung Redlichkeit vermissen“. Bartels bezog sich dabei auf Aussagen Biestmanns, wonach die „Hochschule Vechta keine Unterstützung durch die SPD-Landesregierung“ gehabt habe und „ohne die neue CDU-Regierung geschlossen worden wäre“.
In ihren Leserbriefen vom 15. Mai bringen die Herren Kuropka und von Laer Belege für die Richtigkeit von Biestmanns Aussagen vor; sie rufen vor allem in Erinnerung, dass die entscheidenden Organe der Hochschule Vechta, nämlich Hochschulleitung (Rektor Howe, Prorektor Ehlers) und Hochschulratsvorsitz (Dr. med. Koch), lange Jahre von SPD-Mitgliedern besetzt waren und Bartels’ Fürsprache genossen. Auf diese Argumente geht Bartels in seinem Leserbrief vom 21. Mai wie gewohnt nicht ein: „Der Inhalt ihrer Briefe ist auf Grund der Absurdität der Vorwürfe keiner Kommentierung würdig“, stellt er hoheitsvoll fest.
Es folgen die üblichen Unterstellungen und Verdächtigungen: Kuropka und von Laer, „die verbissensten Streithähne“, gehören für ihn offenbar nicht zu den vielen „engagierten und exzellenten Wissenschaftlern, die weniger durch Leserbriefe, sondern mehr mit ihren fachwissenschaftlichen Veröffentlichungen die Reputation des Standorts mehren“. Dies ist nun wirklich ehrabschneiderisch: Kuropka hat an die 20 Bücher geschrieben, weit über 100 Aufsätze veröffentlicht, 14 Sammelbände herausgegeben, 3 Ausstellungen errichtet, um nur das Wichtigste zu nennen. Von Laer steht dem kaum nach. Die Stellungnahmen solcher Leute wagt Bartels als „Professoren-Stänkerei“ abzuqualifizieren! Wo hat er nur studiert?

Prof. Dr. Wilfried Kürschner
Vechta

Zurück zum Bezugstext



2003-Mai-27
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Vier Städte machten gemeinsam Klick
Homepage jetzt freigeschaltet/Gespräche mit neuer Hochschulleitung geplant

Kreis Vechta (hib) - Die euphorische Anfangsphase ist vorbei. Routine bestimmt nach zehn Jahren die Kooperation des Städtequartetts Damme-Diepholz- Lohne-Vechta. Ein profitables Alltagsgeschäft allerdings, denn besonders die Kernidee der Zusammenarbeit, den Flächenpool, nutzen die Vier gern und oft.
Wie der funktioniert, welche weiteren Projekte die Städte durchgeführt haben und wer die Quartett-Partner überhaupt sind, das können jetzt die Internet-Nutzer erfahren. Denn erstellt von der Lohner Firma Experia ist mit offiziellem Klick die Städtequartett-Homepage freigeschaltet worden. Zunächst als eher statische Präsentation, denn die regelmäßig Ergänzung um aktuelle Neuigkeiten sei derzeit nicht geplant. Sie könne aber nachgeholt werden, betonte Manfred Schneppe von Experia gestern bei der Präsentation im Diepholzer Rathaus.
Warum die Homepage erst jetzt in Auftrag gegeben wurde - immerhin hat das Quartett seine Modellphase bereits 1998 zu einer kontinuierlichen Kooperation ausgebaut? Je mehr Beteiligte, desto länger dauerten Entscheidungsprozesse, gibt der Diepholzer Stadtdirektor Herbert Heidemann zu. Außerdem, sind sich Vechtas Stadtdirektor Helmut Gels und Lohnes Bürgermeister Hans Georg Niesel einig, müssten für eine gute Präsentation auch Ergebnisse vorliegen. "Man sollte kein Marketing betreiben, bevor es die Produkte nicht gibt", glaubt Niesel.
Damit die dem Viererclub in Zukunft nicht ausgehen, haben sich Niesel, Gels, Heidemann und der Dammer Kämmerer Franz Maue gleich neue Ziele gesteckt. Neben Kooperation in den Bereichen Tourismus und öffentlicher Personennahverkehr soll der Kontakt zur neuen Vechtaer Hochschulleitung gesucht werden. Dabei solle Hilfe zur Überwindung interner Irritationen angeboten werden.
Gearbeitet werde außerdem, so Heidemann, an einem Projekt, in dessen Verlauf sich öffentliche Gebäude nach vorgegebenen Richtlinien, erstellt von der Europäischen Union, für ihre Umweltfreundlichkeit zertifizieren lassen sollen.
Allerdings, so Gels, sei derzeit noch offen, ob und wenn wie die Erkenntnisse innerhalb des Viererteam übertragbar seien. Aber auch dafür, meint der Diepholzer Stadtdirektor, werde sich bestimmt eine Lösung finden.
Weitere Infos unter
www.staedtequartett.de

(Foto: hib) Quartett mit Verstärkung: Manfred Schneppe (Mitte) zeigte gestern (v. l.) Hans Georg Niesel, Franz Maue, Helmut Gels und Herbert Heidemann die neue Internetseite.



2003-Mai-28
Nordwest-Zeitung

Intermediäre Objekte – Anregungen zum Nachdenken
Ausstellung Hochschulgalerie Vechta zeigt projektorientierte Arbeiten von Lehramtsstudenten

Gestaltung soll in einem weiteren und kommunikativen Sinn interpretierbar werden. Sämtliche Arbeiten stammen aus fachpraktischen Seminaren.

Vechta/CCF – Ihre Realität erstreckt sich auf die drei Hauptebenen: Ausgangspunkt, Transformation, Virtualisierung. Die Rede ist von den Exponaten der Ausstellung »Intermediäre Objekte«, die noch bis einschließlich 10. Juni in der Vechtaer Hochschulgalerie zu sehen ist.
Entstanden sind die Ausstellungskomponenten wie »Baghdad«, »Erroete«, »Closed«, »Space« und »Zeitmaschine« als studentische Arbeiten, etwa für fachpraktische Prüfungen angehender Lehrer, am Institut für intermediäre Gestaltung (ImeG) unter Leitung von Prof. Karl-Eckhard Carius (die NWZ berichtete). Die Objekte verbinden unter anderem Elemente wie Text und Sprache, Musik, Klang und Ton. Sie demonstrieren den Ausbildungsstand von Studenten im Bereich der ästhetisch-kulturellen Bildung.
Später sollen die Exponate aus der Hochschulgalerie nach Möglichkeit in einer Wanderausstellung aufgehen, die für interdisziplinäre Kreativität wirbt. Derzeit suchen die Verantwortlichen allerdings noch Sponsoren, die das ermöglichen.
Ein Teil der Arbeiten wird auch weiter öffentlich zugänglich bleiben. So soll etwa das Objekt »Erroete« in Kürze mit wechselnden, zu verschiedenen Assoziationen anregenden Buchstabenkombinationen die Außenwand des ImeG-Gebäudes an der Universitätsstraße zieren. Dort entsteht auf einer Wiese auch das überdimensionale Objekt »Stuhl«, das imaginäre Gäste erwartet.
Infos unter www.uni.vechta.de/institute/gestaltendes-werken/
(Bild: Floren) Aus das »kinetische Objekt« von Robert Jagst (33) mit 140 Acrylglasfenstern gehört zur Ausstellung »Intermediäre Objekte«.



2003-Mai-29/30
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Lesepass machte Schülern viel Spaß
Aktion in der Halbzeitpause / Kinder bekamen Diplome / "New York ist ein kleines Dorf"

 

Emsiges Ausfüllen: (von links) Fabian Nösing, Laura Niemann und Lea Hausfeld lösen die Aufgaben im Lesepass. In der nächsten Woche geht die Aktion mit 63 Klassen weiter. Foto: Kläne
Lohne (vk) - In dieser Woche macht der "Lesepass" quasi Halbzeitpause. Die ersten 26 Klassen haben die OV/Promedia Aktion, die von der Landessparkasse zu Oldenburg mitgesponsert und der Hochschule Vechta unterstützt wird, schon durchgeführt. Laura Niemann, Lea Hausfeld und Fabian Nösing von der Von- Galen-Schule in Lohne hat das Projekt in der vergangenen Woche sehr viel Spaß gemacht.
"Ich fand das geil", sagt der zehnjährige Fabian aus der Klasse 4b sogar. "Man konnte jeden Tag die Zeitung lesen. So konnte ich immer auf der Sportseite gucken." Den Lesepass haben die Kinder eifrig ausgefüllt. "Einige Sachen haben wir zu Hause gemacht, einige in der Schule. Wir mussten auch im Internet gucken", erzählt Lea Hausfeld. Und Laura Niemann (beide 4c) sagt: "Manchmal habe ich nicht alles sofort verstanden. Da musste man erst fragen, was zum Beispiel der Lokalteil ist." Als Lohn für das intensive Auseinandersetzen mit der OV bekam jeder ein Diplom.
Besonders beliebt war die Aufgabe, Zeitungswörter auszuschneiden und neue Sätze zu bilden. Dabei kamen Zeilen wie "Hallo Leute von heute", "New York ist ein kleines Dorf" oder auch "Ein Labrador spielt Fußball drei Mal spitze" heraus.
Wer jeden Morgen die Zeitung liest und bespricht, hat natürlich auch Verbesserungsvorschläge. "In der OV sollte eine Seite für Kinder oder mit Witzen sein", meint Lea. "Und eine Rätselseite für Kids", fügt Fabian hinzu.



2003-Mai-29/30
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Zwischen Eigenem und Fremdem kugeln
Ausstellung in der Hochschule Vechta: Wenn imaginäre Ideen plastisch werden


Hinein in ein Vision: Robert Jagst öffnet den Einstieg zu seinem Werk. Ist der Deckel der Kugel ab, und ein Mensch eingestiegen, kann die Reise in dem rollenden Vehikel beginnen. Foto: Köhne Von Kerstin Köhne
Vechta - Robert Jagst ist kein leidenschaftlicher Golfer und auch kein besessener Billardspieler - dennoch ist der 33-Jährige dem Rund der Kugel verfallen: Als Tüftler, Denker und angehender Pädagoge.
Der Student der Hochschule Vechta hat eine riesige Kugel konstruiert, die Blickfang der derzeitigen Ausstellung des neuen Institutes für intermediäre Gestaltung (ImeG) ist. Das Werk ist riesengroß und knackig blau. Wer seinen Kopf durch die Öffnung des eigenwilligen Behältnisses steckt, der sieht, dass in dem Fach ImeG nicht nur handwerkliches Geschick gefordert wird. Vielmehr sind Kreativität bis hin zu imaginären Ideen und Visionen gefragt. Diese werden innerhalb des Studiums ebenso gefördert wie das Abtauchen in philosophische und poetische Gedanken und die Auseinandersetzung mit modernen Medien.
Eine raffinierte Konstruktion aus Reifen in ihrem Inneren machen Jagsts Kugel zu einem Gefährt. "Es ist ein sicheres Fahrzeug, das von Umwelteinflüssen nicht beeinträchtigt werden kann", sagt ihr Erfinder, Konstrukteur und Erbauer. Rolle das Vehikel gegen etwas, nutzt es die Energie des Aufpralls, um sich in eine andere Richtung zu bewegen. Viele kleine runde Fenster aus Acrylglas sollen Jagst später freie Sicht auf die Straße gewähren. Außerdem kommen für ein angenehmeres Kugeln noch Noppen auf die Oberfläche. Erprobt ist der rollende Behälter, der an eine entbeulte fliegende Untertasse ebenso wie an den Mutterleib erinnern kann, allerdings schon. "Etwa sieben Meter, und es funktioniert." Begeistert von der Kugel ist auch Professor Karl-Eckhard Carius. Das Gegebene in Frage zu stellen und einen eigenen Standpunkt, eine eigene Identität zwischen dem Eigenen und dem Fremden zu finden, ist ein Ansatz, der sich in der Kugel wiederfindet.
Und den will Carius seinen Studenten in Zeiten der Globalisierung und der Konfrontation mit vielfältigen Medienangeboten mit auf den Weg in die Schulen geben. "Von den Lehrern verlangt das ein hohes Maß an Kreativität und interdisziplinären Projektansätzen", so Carius.
Dass es möglich ist, zeigen Jagsts Kugel und viele weitere Exponate noch bis zum 10. Juni in der Aula der Hochschule Vechta.

 



2003-Mai-29/30
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Brutaler Filz

Zum Leserbrief »Professoren-Stänkerei« (OV vom 21. Mai).
Ausfällig zu werden fällt Herrn Bartels noch ein, wenn er mit der Schädigung der Uni in Vechta durch die damalige SPD-Landesregierung (der er angehörte) konfrontiert wird: Schließung von zehn Lehramts- und zwei Magisterstudiengängen (Verlust von rund 600 Studenten) und ein brutaler roter Filz, vom SPD-geführten Ministerium über den damaligen Hochschulratsvorsitzenden Dr. Koch (SPD) bis zu Rektor Howe (SPD) und Prorektor Ehlers (SPD), ein Filz, der sogar von auswärtigen Gutachtern in den Evaluationsberichten konstatiert wurde. Ich kann schon gut verstehen, dass es dem Minister a. D. unangenehm ist, wenn seine Mitverantwortung in der Öffentlichkeit thematisiert wird. Da poltert er los, dies sei »Professoren-Stänkerei« und CDU-Landtagsabgeordneter Friedhelm Biestmann sei »unverfroren und unanständig«,
Dann sind wohl auch die von der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen bestellten auswärtigen Gutachter »Professoren-Stänkerer« und die Richter des Landesdisziplinarhofes »Richter-Stänkerer«, die erst kürzlich dem Rektor a. D. Howe in einem letztinstanzlichen Urteil bescheinigt haben, dass er »rechtswidrig« gehandelt hat?

Prof. Dr. J. Kuropka
Hochschule Vechta

Zurück zum Bezugstext